Die Geschichte des THW Ortsverbandes Alzenau

Aufgrund des Gesetzes über den erweiterten Katastrophenschutz vom 9. Juli 1968 wurden in den Landkreisen und kreisfreien Städten Einheiten für den erweiterten Katastrophenschutz gebildet. In Aschaffenburg bestand seit dem 15. Januar 1952 ein THW-Ortsverband. Der Zulauf an Helfern war aufgrund der Befreiung vom Wehrdienst bei 10-jähriger Verpflichtung zum THW groß.


Im Landkreis Aschaffenburg gab es kein THW. Erst 1971/72 plante man den Aufbau eines neuen Ortsverbandes im Landkreis. Als Unterkunft vorgesehen war zunächst das alte Schleusengebäude in Großwelzheim. Unterstützung fand Geschäftsführer Horst Schulze vom THW Geschäftsführerbereich Aschaffenburg durch zwei erfahrene THW Helfer des Ortsverbandes Seligenstadt, Edgar Schöneberger und Hermann Kaiser. Ab Mai 1972 besuchten die beiden THW Helfer regelmäßig den OV Aschaffenburg und übernahmen dort nach und nach die Ausbildung im Bergungsdienst.


Am 23. März 1973 fand in Aschaffenburg die Gründungsversammlung für den THW Ortsverband Alzenau statt – die Stadt Alzenau hatte dem THW ein Gelände für eine Unterkunft angeboten, nachdem aus dem ursprünglichen Vorhaben, das ehemalige Schleusengebäude Großwelzheim zu beziehen, nichts wurde. Hermann Kaiser übernahm den THW Bergungszug Aschaffenburg Land, während Edgar Schöneberger den Bergungszug in der Stadt Aschaffenburg übernahm. Als Gründungsdatum für den THW Ortsverband Alzenau einigte man sich auf den 1. April 1973.


Die Firma Heinz Volz übernahm die Bauarbeiten für die Unterkunft in Alzenau (Keller und Feuchträume). Von den Olympischen Spielen in München kam ein Feldhaus, welches in Eigenleistung aufgebaut wurde. Und schließlich wurden zwei Wellblechgaragen unter Leitung von Herrn Fecher vom Finanzbauamt in Eigenleistung errichtet. Die ersten Fahrzeuge wurden von Geschäftsführer Schulze besorgt: ein Ford Transit und ein Kipper, und durch Spenden der ehrenamtlichen Führungskräfte der Ortsverbände Obernburg, Aschaffenburg und Alzenau wurde ein Schlauchboot angeschafft. Die Einweihung der Unterkunft erfolgte am 21. September 1974 mit ca. 35 THW Helfern unter Ortsbeauftragten Heinz Volz und mit Hermann Kaiser als Zugführer.


Bereits im Jahr 1975 kam der Alzenauer Ortsverband auf 5400 Helferstunden, davon 700 Stunden im Einsatz (u. a. eine Ölschadenbekämpfung auf dem Main und eine Absicherung eines einsturzgefährdeten Nebengebäudes der Herrenmühle im Kahlgrund). Erste Einsatzfahrzeuge waren ein VW Bus, ein Kipper sowie zwei MKW der Marke Borgward.


Ende 1979 übernahm Ernst Wenzel das Amt des Ortsbeauftragten im THW Alzenau. Anfang August 1980 startete der erste Auslandseinsatz für Helfer vom Geschäftsführerbereich Aschaffenburg: Geschäftsführer H. Schulze und S. Schüßler vom OV Aschaffenburg sowie M. Kimmel vom OV Alzenau waren fünf Wochen zur Trinkwasseraufbereitung in Somalia.

 

Zur Geschichte des THW

MKW Borgward
Innenaufbau des MKW Borgward