12.05.2020

THW Bayern: Das THW im Einsatz gegen das Coronavirus: die Leistungen des zentralen Logistiklagers.

Das THW leistet seit Anfang März einen wichtigen Beitrag gegen das Coronavirus in Bayern: gestern (11.05.2020) waren 402 Helferinnen und Helfer aus 109 Dienststellen im Einsatz. Kernaufgabe bleibt die Zentrallogistik für den Freistaat. Gestern wurden 569 Paletten mit Schutzausstattung transportiert.

Voraussetzung für diese Leistung ist die Arbeit, die im Vorfeld im zentralen Logistikstützpunkt in der Nähe von München geleistet wird. Hier arbeiten ehrenamtliche Helferinnen und Helfer (hauptsächlich aus dem Regionalbereich München) an der Erfassung, Überprüfung und Kommissionierung der Ware. Durch akribische Arbeit machen die THW-Einsatzkräfte es möglich, dass dringend benötigte Schutzausstattung bayernweit die Kreisverwaltungsbehörden erreicht.

Ein Beispiel, wie diese Arbeit abläuft und welche Schritte dazu gehören, liefern die Ortsverbände München-Mitte und München-Land, die im Logistikstützpunkt seit dem 19. März mitwirken.

Der gesamte Prozess beginnt mit der Warenlieferung: dieser Begriff umfasst die Schritte Entladen, Sortieren, Überprüfen der Waren, Zählen auf Vollständigkeit, Erfassen in der Verwaltungssoftware, Labeln und Zuweisen eines Lagerplatzes. Die Fachgruppe Führung und Kommunikation des Ortsverbandes München-Mitte hat hier im Logistikstützpunkt u.a. die Aufgabe, die Bestände zu erfassen und die fertiggestellten Etiketten an die Kommissionierer zu übergeben. Die Qualitätsprüfung erfolgt durch das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL). Nur Waren, für die eine Freigabe durch das LGL vorliegt, können vom THW kommissioniert werden, d.h. entsprechend einer Bestellung zusammengestellt werden.

Die Information, welcher Bedarfsträger was erhält (z. B. Bayerische Polizei, Landratsamt, Kassenärztliche Vereinigung) geht zunächst bei der Fachgruppe Führung und Kommunikation ein. Mithilfe einer Verwaltungssoftware generiert die Fachgruppe Führung und Kommunikation einen Bestellzettel mit den genauen Angaben und der Anzahl zu den gewünschten Artikeln (z. B. Handschuhe aus Nitril, Größe S) und der Lagerplatz im Zentrallager. Die ausgedruckte Bestellung wird dem Einsatzleiter vorgelegt. Von hier übernehmen die Kommissionierer das Zusammenstellen der Waren. Die Gruppengröße richtet sich nach der Anzahl der vorliegenden Bestellungen. Bis zu 47 Einsatzkräfte sind allein für die Kommissionierung am Logistikstützpunkt Bayern an einem Tag im Einsatz. An Tagen ohne Kommissionierung sind 18 Helfer im Logistikstützpunkt im Einsatz.

Um die erforderlichen Einsatzkräfte über den langen Einsatzzeitraum seit dem 19. März zu stellen, haben sich neben dem THW München-Land THW-Helferinnen und -Helfer aus sechs weiteren Ortsverbänden an der Kommissionierung der Waren beteiligt: München-West, München-Mitte, München-Ost, Dachau, Fürstenfeldbruck, und Markt Schwaben. An solchen Tagen kommen die Ehrenamtlichen dann nachts, weit nach Einbruch der Dunkelheit nach Hause. Die Kommissionierer arbeiten oft in Teams aus zwei Personen. Bei sehr umfangreichen Bestellungen unterstützen sich die Teams gegenseitig.

Neben dem Bestellzettel sind die Kommissionierer mit einer Palette sowie mit einem Hubwagen ausgerüstet. Sobald ein Bestellzettel vom Kommissionierungsteam abgearbeitet wurde, geht es in die Qualitätskontrolle. Eine Einsatzkraft prüft, ob die auf dem Hubwagen zusammengestellten Waren denen auf dem Bestellzettel entsprechen. Wenn das der Fall ist, zeichnen ein Mitglied des Kommissionierungsteams sowie die Einsatzkraft mit QS-Aufgaben den Bestellschein ab. Jetzt erhält das Paket noch einen Aufkleber mit einer Nummer. Anschließend wird die Palette von unten bis oben in Folie verpackt, damit sie auf dem weiteren Transportweg nicht verrutscht und die Waren unversehrt beim Bedarfsträger angeliefert werden. Die in Folien eingewickelten Paletten werden schließlich von einem Gabelstaplerfahrer abgeholt und zwischengelagert. Spätestens am nächsten Tag wird die zusammengestellte Bestellung von einem THW Fahrzeug abgeholt, das sie an ihren Bestimmungsort in Bayern bringt.

Andreas Frank, THW-Einsatzleiter vor Ort und Kenner der Chemikalien- und Logistikbranche, hat von der ersten Stunde  am 18. März an mitgeholfen, das vom THW betriebene Zentrallager aufzubauen. Frank ist mit der Geschwindigkeit sehr zufrieden, in der das Zentrallager ins Leben gerufen wurde: "Wir haben das alles aus dem Nichts aufgebaut. Normalerweise sind wir bei Hochwasser und anderen Naturkatastrophen aktiv. In diesem Logistikeinsatz geht es darum, dass vom Bund und dem Freistaat Bayern eingekaufte Waren an einem Tag angeliefert werden und am nächsten Tag an die Kreisverwaltungsbehörden in ganz Bayern weiterverteilt werden. Ich bin stolz darauf, was wir gemeinsam dank der Zusammenarbeit und der hohen Motivation der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer sowie der Hauptamtlichen des THW geschaffen haben."

[Bild und Text THW LV Bayern]


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