18.09.2023, von Jochen Stromberg

Jugendgruppe absolviert fachtechnisches Training auf Burg Hoheneck

Am Freitagnachmittag des 15.09.2023 trafen sich die Jugendlichen des OV Alzenau zur gemeinsamen Fahrt zur Burg Hoheneck in Ipsheim bei Nürnberg. Vor Ort trafen sie auf die Jugendgruppe des OV Cham. Gemeinsam stand das Wochenende unter dem Motto: Gemeinsam Ausbildung erleben. Ohne natürlich den Spaß zu kurz kommen zu lassen.

Nach einer entsprechenden Begrüßung der Jugendlichen durch die Vertreter der THW-Jugend Bayern, Detlef Borkowski, sowie die Hausherrin, Frau Ursula Streng übernahm Herr Hans Michelbauer die Erklärung über den weiteren Ablauf des Wochenendes. Herr Michelbauer kam vom Verein EG Solar auf die Burg, um mit den Jugendlichen gemeinsam einen Solarkocher aufzubauen. Der EG Solar, was ausgeschrieben für Entwicklungshilfegruppe Solarkocher der Staatlichen Berufsschule Altötting e.V. steht, hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Kochen per Solarenergie weiter voranzutreiben. Auch wenn dies weniger eine Möglichkeit der Speisezubereitung in unseren Breitengraden ist. Mit diesem Projekt sollen beispielsweise Afghanistan, afrikanische Länder oder auch Flüchtlingslager wie zuletzt auf Lesbos mit einer einfachen, aber effektiven Möglichkeit ausgestattet werden, warme Mahlzeiten oder auch einfach heißes Wasser zuzubereiten. Der Verein verteilt hierzu nicht nur die Bausätze dieser Kocher an bedürftige Regionen, darüber hinaus hat er auch durch Werk- und Produktionsstätten vor Ort Hilfe zur Selbsthilfe geleistet.

Nach diesen beeindruckenden Ausführungen gab es dann zunächst zu Abend zu essen, um den weiteren Abend mit Gesellschafts- und Sportspielen ausklingen zu lassen. Samstags folgte dann die Vorbereitung der einzelnen Komponenten für den Solarkocher. Zunächst mussten die Jugendlich sich hierzu ihre Arbeitsplätze entsprechend herrichten. Die großen Bestandteile des Parabolspiegels, der später die Sonnenenergie auf den in der Mitte stehenden Topf konzentrieren soll, mussten zunächst alle mittels Feile entgratet werden. Da alles mit möglichst einfachen Mitteln bewerkstelligt werden sollte, kamen auch für die weiteren Arbeiten kaum elektrischen Maschinen zum Einsatz. Statt eines klassischen Bohrers beispielsweise, setzte man hier auf eine manuelle Stanze, um Löcher für Schrauben ins Material zu pressen. Um die Rundungen des Spiegels möglichst gleichmäßig werden zu lassen, kamen hierzu weitere Walz- und Biegevorrichtungen zur Anwendung.

Am späten Nachmittag waren alle Teile so weit vorbereitet, sodass das Tagesziel an dieser Stelle erreicht war, der weitere Abend wurde von den Jugendlichen für den Austausch über ihre Erfahrungen im THW genutzt. Sollen solche überörtlichen Veranstaltungen auch immer der Vernetzung sowohl der Jugendlichen als auch der Jugendgruppenleiter dienen!

Am Sonntag war es dann endlich so weit, bei strahlendem Sonnenschein wurden die einzelnen Teile zum endgültigen Solarkocher zusammengefügt. Beeindruckt von der Größe, aber auch zeitgleich von der Leistungsfähigkeit des Kochers ließen sich die Jugendlichen es sich nehmen, zumindest einen kurzen Probelauf ihres Aufbaus durchzuführen. Wenngleich die bis zu 400 °C, die bei optimalen Bedingungen erreichbar wären, hier natürlich nicht erreicht wurden. Das Grundprinzip des Aufbaus, sowie die Funktionsweise wurden hierbei nochmals spürbar.

Am späteren Sonntag machten sich die beiden Jugendgruppen, nebst Ihren Betreuern wieder auf den Weg zurück zu ihren jeweiligen Ortsverbänden. Reicher an Erfahrung, Wissen und handwerklichen Geschick.


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